Mai 062013
 

Gestern war also der lang ersehnte 6. Weltkulturerbelauf in Bamberg und ich war dabei und (viel wichtiger) ich kam auch ins Ziel. Meine angekündigte Zielzeit von 1:45:00 konnte ich leider nicht halten; ich habe sie um 54 Sekunden verfehlt. Entäuscht bin ich deshalb aber nicht. Ich denke, es ist eine phantastische Zeit und ich bin mit mir zufrieden, wenngleich ich doch auch Selbstkritik üben muss.

Ich habe auf den ersten 8 km, auf denen ja auch der Großteil der Höhenmeter zustande kamen, einfach zu viel Gas gegeben. Warum? Weil ich einfach zu viel wollte. Hätte ich mich an meinen Plan gehalten, wäre es definitiv eine gute Ecke besser gelaufen. Abgehakt und lesson learned. Das nächste mal halte ich mich an meinen Plan!
Dieses Fehlverhalten meinerseits lehrte mich auf jeden Fall eines: Demut vor der Strecke. Diese Halbmarathonstrecke hat es wirklich in sich und man merkt sehr schnell, dass ein Unterschätzen der Strecke relativ schnell bestraft wird.

Was mir persönlich noch zu schaffen machte, war der plötzliche Temperaturanstieg und -viel schlimmer- meine Allergie. Der Blütenstaub, der bei der plötzlichen sommerlichen Witterung freigesetzt wurde schlug mir doch ganz gut aufs Gemüt und auf die Lunge. Aber egal, das sind eben Umstände mit denen der eine mehr und der andere weniger  gut oder schlecht leben muss und letzten Endes hat es an meiner Endzeit wohl relativ wenig verändert.

Etwa bei Kilometer 15 war ich am Zweifeln. Ich zweifelte ernsthaft, das Ziel zu erreichen. Da waren die Freunde am Wegesrand (danke noch mal an Alex und Bär) eine moralische Stütze, die mich wieder antrieb und letzten Endes dachte ich mir „Und wenn ich spazieren gehe, ich komme ins Ziel!“.

Ich weiß nicht mehr wann es war, dass mich dann Markus einholte und mir einen weiteren Schub gab, den ich ihm sicherlich nicht vergesse. Er dachte wohl allen Ernstes, ich laufe nicht mehr weiter, weil er mich im Stehen sah. Dafür gab es drei Gründe:

  1. ich brauchte Luft zum Atmen
  2. mein Puls musste ein wenig nach unten
  3. ich hatte tierischen Durst

Nichts desto Trotz liefen wir von da ab gemeinsam in Richtung Ziel und ich bin mir sicher, dass meine Zeit deutlich schlechter gewesen wäre, hätte Markus mich nicht auf diesen letzten Kilometern so stark unterstützt. Ich weiß nicht, wieviel Reserve er noch hatte, aber ich weiß, dass er seine Zeit deutlich verschlechtert hat durch diese Aktion.
Ich weiß diese Geste der Freundschaft und der Sportlichkeit wirklich sehr zu schätzen und ich denke, ich habe da schon so eine Idee, wie ich mich dafür erkenntlich zeigen werde. Weißer Kenianer, wir machen da noch was klar!

Wie geschrieben, lief ich mit Markus zusammen ins Ziel ein und mein erster Gang war zu den Wasserbecken, wo ich mich erst mal ausgiebig abkühlte. Das erste Erdinger wurde von Markus gebracht und das zweite holte ich mir beim rauslaufen ab. Das Zeug schmeckt grauslig, ist aber nach so einem Lauf purer Balsam 😎

Danach ging es auf den Spezikeller und es gab ein Bierchen und Schäuferla. Mann, das schmeckte so gut wie selten zuvor 🙄 Vor allem das Bier; kein Vergleich zum Erdinger Alkoholfrei…

Als ich mit Doris dann richtung Gericht zum Auto lief, kam uns ein Krankenwagen entgegen, der wohl zu dem Notfall fuhr, der im Zielbereich passierte. Ein 54-jähriger brach kurz vor dem Ziel auf dem Grünen Markt zusammen und konnte trotz zahlreicher Reanimationsversuche nicht gerettet werden. Das gab dem Lauf einen schalen Beigeschmack.

Für mich ging dennoch ein erfolgreicher Lauftag zu Ende und ich war zufrieden mit mir. Danke auch an Julia, ohne die ich mit Sicherheit nicht annähern ein so gutes Ergebnis erreicht hätte!
Heute gönne ich mir eine Pause und morgen werde ich wohl einen kleinen, regenerativen Fahrradausflug unternehmen.

Meine Aufzeichnung des gestrigen Wettkampfes.
Und hier noch meine Urkunde (auf die ich ziemlich stolz bin): Weltkulturerbelauf 2013 – Urkunde von Marco, 21,1 km

Nachtrag

Jetzt habe ich doch glatt was Wichtiges vergessen. Ich möchte mich bei all denen bedanken, die mich angefeuert haben. Natürlich auch all diejenigen, die ich nicht mehr wahrgenommen habe. Danke an Alex und Bär, Susan und Marcel und ich weiß nicht, wen ich sonst noch übersehen habe. DANKE!

Friedi

Der Autor:
Seit ich endlich wieder ein Gewicht von ca. 80 kg habe, macht mir das Laufen wieder richtig Spaß. Das erste große Ziel war der Halbmarathon beim 2013er Weltkulturerbelauf; das lief hervorragend. Was jetzt kommt, weiß ich ehrlich gesagt noch nicht. Ist aber auch egal, da ich ohnehin einfach weiter machen werde. Mir geht es super seitdem ich regelmäßig Sport treibe und das soll auch in Zukunft so bleiben. Hier gibt es mehr über mich.

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