Mai 052015
 

Am letzten Sonntag war es also endlich wieder so weit: der Tag des 7. Weltkulturerbelaufes war endlich da! Ich bin ja eigentlich eher der Wettkampfmuffel, aber der Weltkulturerbelauf ist so ein Ereignis, an dem ich wirklich teilnehmen muss und auch will.

Startmaterial

Startmaterial

Im Vorfeld des Weltkulturerbelaufs war bei mir natürlich auch Training angesagt, was leider nicht so lief, wie ich das gerne gehabt hätte. Ich dachte mir letztes Jahr nach meinem Marathon in Fürth noch, mein neues Ziel für den 7. WKEL ist die Sub 90. Das war zwar ehrgeizig, aber meiner Meinung nach durchaus erreichbar. Die Schmerzen in meiner Leiste (wie sich herausstellte, eine Schambeinentzündung) machten aber ein hartes Training, was dafür nötig gewesen wäre, unmöglich.
Aber aufgeben wollte ich auch nicht und deshalb setzte ich mir ein neues Ziel und das war 1:45:00 für den Halbmarathon. Das musste einfach drin sein! Bei der Trainerin ist das einfach ein Muss; Julia, vielen Dank für alles!

Als wir am Sonntag dann zum P&R-Parkplatz am Heinrichsdamm fuhren und dort auch parkten, packte mich mal kurz der Groll. Zwar waren die Shuttlebusse umsonst, aber es wurde regulär Parkgebühr erhoben. Ich kann das nicht ganz nachvollziehen, da der Parkplatz normalerweise am Sonntag ziemlich leer ist und schließlich ist der WKEL ja auch eine gute Werbung für Bamberg. Vielleicht überlegen sich das die Stadtwerke Bamberg ja mal für den (hoffentlich) nächsten WKEL.

Stadtwerke Bamberg ...

Stadtwerke Bamberg …

Die Organisation rund um den WKEL (auch was die Shuttlebusse angeht!) war wieder einmal grandios und ich behaupte mal, dass das Team des WKEL wirklich verdammt gute Arbeit geleistet hat.
Nur eine Sache werde ich wohl nicht (nie!) so ganz verstehen: bei über 3000 Startern eine Startgasse, bei der nur 2 Läufer auf einmal durchlaufen können, ist etwas daneben. Wenn man den Stau bei der Altenburg wirklich bekämpfen will, würde ich persönlich Startblöcke definieren und für die vorderen Startblöcke auch einen Nachweis verlangen, dass der- oder diejenige die Zeit auch schaffen kann (durch andere Läufe). Das könnte man bereits bei der Anmeldung mit einbeziehen und dem entsprechenden Starter eine Markierung auf der Startnummer geben. Soll aber nur als Verbesserungsvorschlag verstanden werden 😎 Die Organisation war wirklich großartig!

Die Atomsphäre war trotz des erstmals miesen Wetters (Regen und nicht warm) wieder einmal hervorragend. Als wir beim Maxplatz eintrudelten, waren gerade die Kids unterwegs und die Menge tobte. Diese Menschenmassen reißen einen einfach mit und ich wollte ehrlich gesagt nur noch eins: LAUFEN!
Aber erst mal war warten angesagt. Ich wartete erst mal den Start des 10,9 km-Laufs ab, bei dem Göga mit lief und dann verging eine weitere Stunde, bis endlich um 15:30 Uhr der Startschuss für meinen Lauf durch die Startgasse donnerte.



Der Lauf war super. Der Regen hätte nicht unbedingt sein müssen, da dadurch das Kopfsteinpflaster in der Altstadt wirklich richtig fies wurde und wohl auch den einen oder anderen Läufer zu Fall brachte, aber die Temperatur war fürs Laufen optimal.
Was mich wirklich überraschte, waren die vielen Zuschauer entlang der gesamten Strecke, die trotz des schlechten Wetters (zumindest für Zuschauer) nach Bamberg kamen, um uns Läufern beizustehen. Liebes Puplikum beim WKEL, ihr seid wirklich mit Abstand das beste Puplikum, das ich bis jetzt bei einem Laufwettkampf gesehen habe! Danke euch allen!!!
Nichts desto Trotz muss man die Strecke alleine laufen. Die Zuschauer unterstützen einen, aber sie tragen dich nicht 😉 Und die Strecke des WKEL kann einem durchaus auch Demut lehren. Wer die ersten 7 Kilometer zu schnell angeht, darf die restlichen 14 km Buse tun 😈  Wer es richtig macht, hat nach den Schmerzen der Aufstiege einen guten Lauf vor sich, bis dann der Dom und der Jakobsberg kommen, die einem doch noch mal einiges abverlangen.
Nach der Jakobskirche wird dann der Endspurt eingeleitet. Ich muss gestehen, dass ich bei dem Lauf durch die Alte Hofreit doch etwas Bammel wegen des Kopfsteinpflasters bekam. Da war es schon rutschig 😯  Aber es lief alles gut und spätestens ab der Oberen Brücke war dann quasi Zielkanal angesagt. Ab hier wird man wirklich fast getragen von den Menschen, die einem zujubeln. Einfach top!!! 😀

Als ich den Zielbogen sah, fiel mein Blick auf die Uhr mit der Bruttozeit und ich konnte mir ein Lächeln nicht verkneifen. Die Uhr zeigte eine Zeit von 1:40:12. Mein Ziel, die 1:45:00 habe ich erreicht und sogar deutlich unterschritten. Meine Nettozeit betrug 1:39:02! Damit war ich fast 7 Minuten schneller als beim WKEL 2013 (1:45:54). Ich freu mich wie’d Sau und werde es diese Woche mit dem Training mal ganz ruhig angehen lassen; vielleicht am Donnerstag wieder  😉

Am meisten freute es mich, die ganzen Leidensgenossen zu sehen: Julia, Jessi, Ben (HAMMERZEIT!!!), Elke (Glückwunsch zum dritten Platz!), Sascha, Roland (Sub 90; Wahnsinn!) und, und, und …
Elisabeth sah ich leider nicht mehr, aber ich sah, was sie erreichte. Elisabeth, herzlichen Glückwunsch zum 1. Platz deiner Altersgruppe! Wahnsinn!

Hier ist noch meine Aufzeichnung des Laufs.

Natürlich gibt es auch eine Urkunde: Weltkulturerbelauf 2015 – Urkunde von Marco, 21,1 km

Apr 132014
 

Heute morgen stand ich um 6:45 Uhr auf. Nicht etwa, weil ich Lust dazu hatte, sondern weil ich musste. Mir fiel das heute nicht leicht, da wir ja gestern den Geburtstag meiner allerliebsten Ehefrau feierten und es doch recht spät wurde. Aber um 8:45 Uhr war Start des Halbmarathon in Bad Staffelstein und da musste ich dieses mal einfach hin.

Mein größtest Problem beim heutigen Wettkampf war die Frage des Frühstücks. Was kann man essen, wenn man nicht mal zwei Stunden später schon zum Wettkampf startet? Zuerst dachte ich an Spiegeleier, hatte aber Angst, dass mir die zu stark auf den Magen bzw. den Darm schlagen. Ich entschied mich dann für zwei Rippen der Ovomaltine-Schokolade und einen Kaffee. Ich dachte mir, das hat zumindest die Kohlenhydrate für die ersten paar Kilometer und leicht verdaulich ist das Zeug auch.

Danach packte ich noch meine paar Sachen zusammen und ab ging es nach Bad Staffelstein. Vor Ort traf ich dann Elisabeth, Bernd, Julia und Jessi. Wir hatten bestes Wetter und die Temperatur von 11 °C war für einen Wettkampf schlichtweg ideal. Meine angepeilte Zielzeit war 1:35.

Wie üblich lief ich den ersten Kilometer zu schnell, pendelte mich dann aber relativ schnell ein und merkte auch recht bald, dass mehr gehen könnte, als die angepeilte Zeit. Ich gab der Sache eine Chance 🙂 Der Streckenverlauf ist recht angenehm und führt durch eine schöne fränkische Landschaft mit Sicht auf Kloster Banz und den Staffelberg. Nicht so schön war es zwischen Kilometer 17 und 18. Stur entlang der Bahnschiene mit Gegenwind und leichter Steigung. Dort verlor ich auch eine meiner Trinkflaschen, aber da ich mein nächstes Opfer im Visier hatte, war mir das egal.

Ich weiß nicht warum, aber ich finde die letzten drei Kilometer eines Wettkampfes einfach die schlimmste Phase. Diese elenden drei Kilometer wollen einfach nicht enden. Zum einen gingen die Reserven aus dem letzten Gel von Kilometer 14 langsam zu ende und zum anderen zog ich das Tempo auch ein wenig an 😈

Als ich auf den Zielkanal zu lief, sah ich eine Zeit von 1:33 irgendwas und ich dachte mir „Yep, das ist es!“. Meine Nettozeit war dann 1:33:04. Das ist sie, meine neue persönliche Bestzeit! Ich bin heute stolz wie Bolle 😎

Im Ziel traf ich dann Roland, der eine top Zeit lief (1:28) und wir plauderten ein wenig. Ich holte mir meine Finishermedaille und das Finisherbier 🙂 Danach ging es mit Julia, Elke und Jessi zurück zum Auto (Julia, danke fürs hin fahren) und zurück nach Hause.

Es war ein toller Lauf, der gut organisiert war und richtig Spaß machte. Hier sind noch die Daten des Wettkampfes.

Nachtrag

Mittlerweile gibt es sowohl das Zieleinlaufvideo als auch die Urkunde. Ich denke, mit dem Platz 18 meiner Altersklasse kann ich zufrieden sein und in der Gesamtwertung erreichte ich immerhin den 87. Platz (immerhin 930 Finisher).

Jan 262014
 

Heute morgen wachte ich auf und sah den Schnee, der im Hof lag und ich muss sagen, ich war nicht sehr begeistert. Ich überlegte mir, wie es wohl sein wird, mit dem Kinvara 4 im sulzigen Schnee zu laufen? Ich habe derzeit nämlich keine festeren Schuhe. Das muss sich ändern!
Was das Ändern angeht, habe ich das direkt nach dem Frühstück in Angriff genommen und ich habe mir ein paar Schuhe von meiner Lieblingsmarke Brooks bestellt. Welche? Geheimsache, wird noch nicht verraten.

Als ich mich dann gerade fertig gemachte hatte, sah ich die private Nachricht von Sascha, der fragte, ob ich Lust hätte, mal eben spontan zur Burg hoch zu laufen. Die Nachricht war eine Stunde alt und ich dachte, der ist eh losgelaufen, schrieb ihm aber, dass ich für meinen heutigen langen Lauf etwas anderes plante. Er war noch da und zehn Minuten später, liefen wir gemeinsam los.

Anfangs dachten wir beide, dass wir zu warm angezogen sind, da es auch wirklich nicht sehr kalt war. Allerdings änderte sich das in der zweiten Hälfte unseres Laufes.

Kurz nachdem wir abseits der Straße im Bruderwald waren, lag ich auch schon beinahe auf der Nase. Aber eben nur fast, ich konnte mich gerade noch abfangen. Der Kinvara 4 ist für dieses Wetter mehr als ungeeignet. Nachdem wir durch den Bruderwald hoch zum bamberger Klinikum gelaufen sind, sahen wir eine ganze Meute von Läufern (naja, das waren Fußballer, die eine Trainingsrunde zogen) und wie das nun mal so ist, beschleunigte sich automatisch unser Tempo und wir zogen lächelnd und uns unterhaltend an ihnen vorbei. Das tat gut, zumal die locker 15 bis 20 Jahre jünger waren, als wir.

Als wir dann in Wildensorg waren, merkte ich, dass meine Kleidung heute doch richtig gewählt war. Es wurde wirklich unangenehm kalt und vor allem auch sehr windig und dazu regnerisch. Aber was hilft es, sich über das Wetter zu beschweren? Nichts! Und deshalb beschlossen wir, uns darüber zu freuen (so sah ich das zumindest und ich denke, Sascha wohl auch). Als wir dann in Hartlanden bei Sascha waren, verabschiedeten wir uns, ich lief auch schnell heim und beendete den Lauf nach genau 21,1 Kilometern und freute mich auf einen Eiweißshake und ein heißes Bad.

Es war ein toller Lauf und ich war froh, dass ich dieses Erlebnis teilen konnte. So gerne ich auch alleine laufe, manchmal ist es gemeinsam einfach schöner und auch leichter. Danke dir Sascha!

Hier sind meine Daten unseres Laufes.