Jul 292017
 

Eigentlich war ich mit dem vívoactive von Garmin bis lang zufrieden. Zumindest bis er am Samstag letzter Woche seinen Geis aufgegeben hat. Es tut sich also nach 13 Monaten so gar nichts mehr, aber ich habe ja noch Garantie. Allerdings frage ich mich, ob mir das bei Garmin was bringt, da die Damen und Herren auf dem Ohr wohl etwas taub sind.

Am 22.07.2017 schrieb ich dem Garmin Service über dessen Website folgenden Text:

Die Uhr wurde am 9.7.2016 bei Amazon gekauft. Heute schaltete sich die Uhr einfach ab bzw. ist seit heute defekt. Hardreset wurde versucht. Die Uhr reagiert nicht; keine Anzeige im Display. Die Uhr war zu ca. 80% geladen. Ein Anschließen an das Ladegerät führte zu keiner Veränderung. Da die Uhr noch Garantie hat erwarte ich Reparatur oder Austausch.

Auf der Website ist angegeben, dass man binnen 2 Werktagen im Normalfall eine Antwort bekommt. Bis heute erhielt ich mal so gar nichts. Nach diversen Problemen mit Garminprodukten, dachte ich, dass Garmin ja vielleicht gelernt hat und habe mir deshalb den vívoactive HR gekauft. Anscheinend wurde aber weder die Qualität der Produkte besser noch der Service von Garmin.

Ich bin wirklich sehr gespannt, wie es hier weiter geht.

Apr 242014
 

Gestern nach Feierabend ging ich noch eine Runde laufen und während des Laufs festigte sich der Entschluss, das Kapitel FR 610 in meinem Läuferleben zu beenden. Was ich bei diesem Lauf an Pulsdaten geliefert bekam schlug alles biher dagewesene in den Schatten.

Bereits am Sonntag nervte mich der FR, als er einen Ruhepuls von 170 anzeigte und als ich dann meinen langen Lauf machte, war die Messung im ersten viertel des Laufes alles andere als zuverlässig (siehe Screenshot 1). Die grün umrahmten Messungen haben mit Sicherheit nichts mit der Realität zu tun.

Screenshot 1

Screenshot 1

Als ich dann am Dienstag einen Tempolauf machte, wurde das Ganze noch bizarrer. Die ersten zwei Kilometer konnte man quasi abhaken, da die Messung wirklich nicht mehr als solche zu bezeichnen war. Danach lief es eine Zeit lang ganz gut, bis dann im letzten drittel des Laufs wieder deutliche Fehler kamen.

Screenshot 2

Screenshot 2

Das Beste kam dann aber beim Auslaufen bei diesem Tempolauf. Wie man ja weiß, dient so etwas ja mehr der Regeneration der Muskeln. Dass ich mit erhöhtem Puls laufe, war mir ja klar, da mein Körper ja schließlich vorher 12 km recht flott unterwegs war. Was die Pulsmessung des FR 610 anzeigte, spottete aber jeder Beschreibung.

Screenshot 3

Screenshot 3

Ich bin wirklich niemand, der zu großen Wert auf den Puls während des Laufs legt, aber derartige Fehlmessungen führen eben leider auch zu falschen Prognosen in meiner Laufsoftware und ich verwende diese Prognosen schon recht gerne, um mich einigermaßen auf Wettkämpfe einzustimmen. Ganz abgesehen davon, habe ich mir das Ding ja auch u.a. für Pulsmessung gekauft. Schätzen könnte ich auch ohne teure Gerätschaften 👿 Ach ja, selbstverständlich versuchte ich, das Problem mit einer neuen Batterie im Sensor zu beheben. Leider ohne Erfolg.

Die Pulsmessung alleine wäre dann noch nicht mal das Hauptproblem. Ich denke, dass man das mit Reparatur bestimmt wieder in den Griff bekäme. Allerdings gibt es da noch ein anderes Problem, was sich meines Erachtens nur durch einen Austausch beseitigen lässt und auch dieser Austausch würde mein Vertrauen in das Produkt nicht mehr zurück bringen.

Das Problem ist die Rückseite des FR 610. Die galvanische Beschichtung beginnt sich aufzulösen. Überall auf der Rückseite sind kleine Krater von Korrosion zu erkennen und an manchen Stellen schimmert bereits das Kupfer durch.

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Mal abgesehen davon, dass es zum einen nicht schön aussieht und zum anderen m. E. bei einer Sportuhr absolut nicht passieren darf, ist da noch das leidliche Problem, dass galvanische Beschichtungen normalerweise in drei Stufen aufgebaut sind: Kupfer, Nickel, Chrom. Gerade Letzteres macht mir – ich bin Allergiker – doch Probleme, da es zu Hautreizungen führt und ich ohnehin nicht gewillt bin, etwas auf meiner Haut zu tragen, das so reagiert.

All diese Dinge haben mich nun dazu bewogen, das Kapitel Garmin zu schließen und mir ein neues Spielzeug zuzulegen (dazu ein ander Mal mehr). Heute tritt der FR 610 die Rückreise zu Amazon an und damit ist die Sache für mich erledigt. Amazon erstattet mir den Kaufpreis komplett und übernimmt nach 20 Monaten (!) die Garantieabwicklung. Ich muss gestehen, dass ich das richtig gut finde; ein Service, den man selten findet.

Nov 122012
 

Kürzlich habe ich mir einen neuen Pulsmesser gegönnt. Von vornherein stand für mich fest, es muss was mit GPS sein und damit soll dann auch zuverlässig die gelaufene Strecke aufgezeichnet werden. Meine erste Erfahrung mit GPS-Uhren sammelte ich bereits mit dem Garmin Forerunner 101 aus dem Jahr 2003. Das Ding damals war groß und halt das erste seiner Art. Nach ca. 6 Wochen verkaufte ich das Teil ohne großen Verlust. Ich konnte einfach nichts damit anfangen, da die Aufzeichnung nur auf freier Strecke zu gebrauchen war. Sobald man in den Wald lief, war es vorbei.

Der erste Forerunner.

Nachdem ich Maggi fragte, wie es denn mit seiner Garmin aussieht, vor allem was die Genauigkeit im Wald angeht, gab er mir Beispiele anhand von Online-Daten und ich war einigermaßen beeindruckt, was sich technisch auf diesem Sektor getan hat. Da ich mit Garmin an sich rel. gute Erfahrungen machte, fiel meine Wahl auf den Garmin Forerunner 610.

Das erste was angenehm auffällt, ist das relativ schöne Design. Relativ deshalb, weil nun mal das beste Design nicht darüber hinwegtäuschen kann, dass der Forerunner trotzdem relativ dick ist. Absolute Klasse ist der Touchscreen! Kurz zuvor hatte ich einen Forerunner 410, der von der Bedienung her zwar nicht so schlecht war, aber eben nicht mittels Touchscreen sondern über einen Sensorring, der leider so empfindlich war, dass er sich nahezu bei jeder Berührung angesprochen fühlte. Klar, man konnte das abstellen, aber dann war die Bedienbarkeit auch weg.
Die Bedienung des Forerunner 610 ist hingegen recht einfach, sicher und intuitiv. Der Touchscreen ist auf Fingernagelbedienung optimiert, was ich aufgrund der Displaygröße als sehr vorteilhaft empfinde.

Was häufig bemängelt wird, ist die rel. kurze Akkulaufzeit während des Trainings. Sie wird mit 8 Stunden angegeben. Mal ganz ehrlich, Leute, die sich darüber aufregen, sind entweder Wanderer, Hardcore-Läufer oder einfach welche, die was zu Meckern brauchen. Den meisten Kritikern unterstelle ich einfach mal Letzteres. Mir persönlich reichen die acht Stunden vollkommen aus, zumal ich wirklich nicht vorhabe, sie irgendwann einmal auszureizen.

Der Forerunner 610 kann auch als Fahrradcomputer eingesetzt werden und hat dafür natürlich einen eigenen Modus und selbstverständlich kann man von Garmin auch weiteres Zubehör, wie Trittfrequenzmesser usw. kaufen. Was er aber nicht kann ist der fliegende Wechsel zwischen den einzelnen Sportarten. Daraus geht auch hervor, dass er für Triathleten eher nicht geeignet ist, was aber ohnehin schon der Fall ist, weil er nicht wasserdicht ist und damit auch keinen Modus für Schwimmen hat.

Was unbedingt erwähnt werden sollte, sind die Programme Virtual Partner und Virtual Racer. Bei erstem rennt man quasi gegen einem virtuellen Partner, dem man zuvor eine statische Pace zugewiesen hat. Das hört sich vielleicht albern an, aber es motiviert wirklich. Was aber viel interessanter ist, ist der Virtual Racer. Hier kann man z.B. die Strecke vor einem Rennen laufen, wie man denkt, so will man sie beim Wettkampf laufen und diese dann als Referenz für den Wettkampf nehmen. Beim Wettkampf läuft man dann quasi gegen sich selbst, genauer gesagt, gegen sich, wie man eben diese Strecke eben zuvor gelaufen ist. Man sieht immer, wo man im Vergleich zum Vortraining ist, also wie weit vor oder zurück man liegt. Diese Eigenschaft hilft auf jeden Fall seine Kräfte zu richtig einzuteilen und abzurufen, zumindest wenn man in vergleichbarer Verfassung, wie beim vorherigen Training ist.

Selbstverständlich kann man die ganzen Daten, die dieser Laufcomputer während des Trainings aufzeichnet, auch mittels Computer und mitgeliefertem ANT+-Stick mit dem Garmin-Programm auswerten und visualisieren. Garmin bietet auch eine etwas bessere Software im Web an, die sich Connect nennt und ebenfalls kostenlos ist. Ja und auch das Logbuch, was ich für runnersblog.de verwende, kann die Daten direkt vom FR 610 mittels ANT+ einlesen. Welches Programm ich empfehle, dürfte klar sein (die Jungs von Runalyze machen da echt eine ganz tolle Arbeit mit ihrem Open Source-Projekt Runalyze).

Was mich wirklich an dem kleinen Edelpulsmesser stört, ist einfach der Preis. Das Teil kostet mal locker über 300 Euro. Das ist kein Pappenstiel! Allerdings muss ich gestehen, dass ich von der Technik auf so engem Raum auch über alle Maßen begeistert bin und Miniaturisierung und Qualität hat eben seinen Preis (ich sag da gerne “mach’s billiger und gib mir bescheid!”).

Was ich mir persönlich unbedingt noch anschaffen will, ist eine Tanita BC-1000 ANT+ Körperanalyse-Waage, die ihre gesamten Daten mit Hilfe von ANT+ direkt an die Forerunner 610 sendet, die wiederum diese Daten z.B. auf Garmin Connect überträgt. Auf diese Art und Weise hat man Daten wie Körperfett, Eingeweidefett, Gesamtkörperwasser, Muskelmasse usw. gut im Blick und sieht auf diese Weise auch gewisse Trainingserfolge.

Wem der Preis und die “kurze” Betriebsdauer nicht stört und einen stylischen Laufcomputer mit GPS sucht, ist meines Erachtens mit dem Forerunner 610 gut bedient. Wie gesagt, für Triathleten ist er definitiv nichts. Die sollten sich mal den Garmin Forerunner 910XT ansehen.